Beirat Innenstadt und Innenstadtprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" (ZIZ)
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Innenstädte und Zentren stärken - Schwerpunktthema der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland.
Die Zentren unserer Städte und Gemeinden sind seit Generationen Orte der Identität und haben neben ihrer wichtigen wirtschaftlichen Funktion soziale, politische und kulturelle Bedeutung für das Gemeinwesen. Innenstädte und Zentren unterliegen seit jeher einem permanenten Wandel, der Umgang mit den unterschiedlichen Zeitschichten charakterisiert die Entwicklung der europäischen Stadt. Die Entwicklung des digitalen Handels, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und Funktionsverluste in den zentralen Versorgungsbereichen beschleunigen derzeit die Veränderungsprozesse, wovon Einzelhandel, aber auch Gastronomie, Hotels, Bürostandorte und die Immobilienwirtschaft betroffen sind. Umdenken, Kreativität und ein neues Miteinander helfen bei notwendigen neuen Entwicklungen.
Die Innenstädte und Zentren multifunktional auszugestalten mit attraktiven Angeboten, die sich an den lokalen Bedingungen und Anforderungen ausrichten, ist das Gebot der Stunde. Öffentliche Plätze müssen so gestaltet sein, dass sich die Menschen dort gerne aufhalten, die Innenstadt muss für alle erreichbar bleiben.
Beirat Innenstadt und Innenstadtstrategie
Am 23. Februar 2026 fand in Berlin die erste Sitzung des Beirats Innenstadt in der laufenden Legisla-turperiode unter Vorsitz der Parlamentarischen Staatsekretärin Sabine Poschmann statt.
Der Beirat Innenstadt unterstützt und berät das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) bei seiner Städtebauförder- und Stadtentwicklungspolitik mit besonderem Fokus auf die Innenstadt- und Zentrenentwicklung.
Das BMWSB führt mit dem Beirat Innenstadt branchen- und disziplinenübergreifend die Akteure zusammen, die für die Innenstadtentwicklung relevant sind. Im Beirat kommen so unterschiedliche Perspektiven und Positionen zusammen, die ausgetauscht, diskutiert und reflektiert werden.
Die Beiratsmitglieder tauschen sich zur aktuellen Lage und zu besonderen Herausforderungen in den Innenstädten aus, z.B. zur Umnutzung und Umwandlung von ungenutzten Großimmobilien oder zum Thema Sicherheit.
Zur Gestaltung öffentlicher Freiräume, zu neuen Kooperationen in der Stadtentwicklung, zur Umsetzung von Experimenten und zum Umgang mit Großimmobilien sind 2023 und 2024 insgesamt vier Innenstadt-Ratgeber erschienen. Die Publikationen wurden gemeinsam von den Mitgliedern des Beirats Innenstadt mit dem BMWSB erarbeitet. Sie richten sich insbesondere an die kommunale Politik und Verwaltung, aber auch an Akteure aus Wirtschaft, Projektentwicklung oder Zivilgesellschaft.
Basis für die gemeinsame Arbeit von BMWSB und Beirat sind die "Innenstadtstrategie 20212 als ein "lernendes", strategisches Grundsatzdokument und die kontinuierliche Aufarbeitung von guten Beispielen und Projekten in der Innenstadtentwicklung. Die Mitglieder des Beirats Innenstadt haben sich mit der Innenstadtstrategie interdisziplinär und branchenübergreifend auf gemeinsame Empfehlungen zur Stärkung der multifunktionalen, resilienten und kooperativen Innenstadt verständigt.
Beirat und BMWSB bieten im Rahmen der jährlich stattfindenden Bundeskongresse "Nationale Stadtentwicklungspolitik" gemeinsam Arenen /Fachforen zu Themen der Innenstadtentwicklung an.
Darüber hinaus fanden 2022 in Potsdam und 2025 in Essen zwei Innenstadtkongresse statt. Im Mai 2025 eröffnete Frau Bundesministerin Hubertz den zweitägigen, gemeinsam von BMWSB und den Mitgliedern des Beirat Innenstadt veranstalteten Innenstadtkongress und sprach sich für die Fortsetzung des Dialogs mit dem Beirat Innenstadt aus.
Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" (ZIZ)
Flankierend zur Bund-Länder-Städtebauförderung und zu den Aktivitäten des Beirats Innenstadt unterstützte das BMWSB über das Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" (ZIZ) von 2022 bis Ende 2025 und mit einem Volumen von bis zu 250 Millionen Euro 217 Kommunen aller Größenordnungen (Stand: Mai 2025) bundesweit bei ihrer Zentrenentwicklung. Mit der Förderung werden im Sinne einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung schwerpunktmäßig kommunale Strategien und Konzepte für Innenstädte und lebendige Zentren erarbeitet, zu einem Teil auch in bauliche Maßnahmen investiert. Die Erstellung der Konzepte wird durch entsprechende Beratung und beispielsweise mit der Umsetzung von Reallaboren unterlegt. Die Mittel werden auch eingesetzt, um neue Wege bei der Beteiligung sowie bei der Kooperation mit Eigentümerinnen und Eigentümern zu gehen. Das Spektrum der Projekte ist vielschichtig. Wichtig ist, dass sie passgenau sind für die Bedingungen und Voraussetzungen vor Ort.
Die Projekte erzeugten Aufbruchstimmung, vernetzten Akteure und setzten wichtige Impulse für die Entwicklung ihrer Innenstädte und Zentren.
Die vielen guten Beispiele in der vorliegenden ZIZ-Abschlussveröffentlichung und in den 17 Erfahrungsberichten sollen Mut machen und möglichst viele Städte und Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen zum Nachmachen anregen.