Rede der Bundesbauministerin Verena Hubertz zum Haushalt 2026

Rede , 27.11.2025

2. Lesung zum Etat des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Bundeshaushalt für 2026

Es gilt das gesprochene Wort
Ort: Deutscher Bundestag
Link zur Rede

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen!

Wir werden in dieser Woche einen 7,7 Milliarden Euro starken Haushalt für den Bereich Bauen und Wohnen verabschieden. Das ist eine Rekordsumme in der Geschichte des Bauministeriums. Und die braucht es
auch, um unser wichtigstes Ziel zu erreichen: dass Wohnen in Deutschland wieder für alle bezahlbar wird.

Die Herausforderungen – ich glaube, da sind wir uns hier unisono einig – sind enorm: hohe Baukosten, hohe Finanzierungskosten, zu viel Bürokratie. Und die Zahl der fertiggestellten Wohnungen wird auch in diesem
Jahr rückläufig sein. Aber die letzten Monate haben gezeigt: Wir haben Ideen, und wir haben einen Plan. Und was wir gemeinsam in der Koalition hinbekommen haben, stimmt mich positiv. Wir kämpfen dafür, dass Mieterinnen und Mieter wieder aufatmen können und auch der Traum vom Eigenheim wieder lebt.

Als ich vor knapp sechs Monaten das Amt der Bundesbauministerin übernommen habe, hatte ich großen Tatendrang, große Ungeduld, die Dinge voranzubringen,und den habe ich immer noch. Ich bin froh und stolz, dass
wir rasend schnell zentrale Vorhaben auf den Weg bringen konnten.


Drei Beispiele.

  • Wir stellen insgesamt 800 Millionen Euro für die EH55-Plus-Förderung zur Verfügung. Über dieses Programm können Häuslebauerinnen und Wohnungsbauer ein Darlehen von bis zu 100 000 Euro bekommen, und
    das zu richtig guten Konditionen. Damit sorgen wir jetzt sehr kurzfristig dafür, dass bereits genehmigte Projekte, für die also Baugenehmigungen erteilt wurden, endlich auch gebaut werden können. Unsere Rechnung ist: Allein mit dieser Maßnahme entsteht eine hohe fünfstellige Zahl an neuen Wohnungen, und die werden auch dringend gebraucht.
  • Meine Kollegin Stefanie Hubig vom Bundesjustizministerium und ich haben letzte Woche ein Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E vorgelegt. Dabei gilt: „E“ wie „einfach“. Und: Weniger ist mehr.
    Wir müssen nicht immer elektrische Fenster nutzen, wenn wir auch auf Kipplüftung setzen können. Es braucht vielleicht auch keine Tiefgarage, wenn es einen Stellplatz vor der Tür gibt. Und wir können auch auf
    Schnickschnack und extradicke Wände verzichten, damit wir schneller bauen und damit wir endlich wieder günstiger bauen, liebe Kolleginnen und Kollegen.
  • Mit dem Bauturbo geben wir den Kommunen ein neues, mutiges Instrument an die Hand, damit sie schneller genehmigen können, damit schnell und einfach aufgestockt, nachverdichtet, umgenutzt oder angebaut werden kann. Wir gehen hier mit der Brechstange an überbordende Bürokratie.

Das alles ist in kürzester Zeit verhandelt und beschlossen worden.

Wir zeigen damit, dass diese Koalition beim Bauen und Wohnen Mut und Kraft hat, Ideen umzusetzen und vor allen Dingen schnell auch neue Wege zu gehen. Und so machen wir auch weiter.

Diese Koalition hat auch engagierte Parlamentarierinnen und Parlamentarier, und ich komme zu einem großen Dankeschön. Kaum jemand außerhalb des Haushaltsausschusses hat, glaube ich, eine Vorstellung davon, wie es ist, so einen Haushalt aufzustellen: unzählige Telefonate, lange Nächte und vielleicht die Einigung erst morgens um 5 Uhr. Dieses Mal, liebe Haushälterinnen und Haushälter, lieber Ruppert Stüwe, liebe
Mechthilde Wittmann, mussten Sie das in kürzester Zeit gleich zweimal machen. Und ich möchte mich ausdrücklich bedanken für die konstruktive und immer gute Zusammenarbeit: Herzlichen Dank dafür!

Es ist mir auch ein Anliegen, den Mitarbeitenden meines Ministeriums an der Stelle zu danken; denn all das Ganze geht mit viel Arbeit einher. Kurzfristige Vorlagen, ob für das Finanzministerium oder den Haushaltsausschuss, das geht nur im Teamplay und mit einer Zusammenarbeit im ganzen Haus.
Danke für Ihre Leistung, danke für Ihren Einsatz!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir arbeiten doch jetzt alle mit Hochdruck daran, dass es bald besser wird, und die guten Nachrichten der letzten Tage und Wochen ermutigen uns: Die Kreditwirtschaft zieht an. Die Zahl
der Baugenehmigungen ist wieder gestiegen, um 60 Prozent im September im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Bauhauptgewerbe meldet in dieser Woche ein kräftiges Auftragsplus.

Jetzt gilt es, nachzulegen. Nach dem Bauturbo, nach EH55 Plus, nach einem starken Haushalt und dem Gebäudetyp E zerschlagen wir jetzt den nächsten Knoten bei der BauGB-Novelle. In diesem Spirit machen wir weiter:
mit Ideen, mit Kraft, mit Mut und auch langem Atem, damit wir wieder mehr bauen, günstiger bauen und auch besser zusammenleben.

Vielen Dank.