"Liebling Haus Tel Aviv": Deutsch-israelische Zusammenarbeit für das Architektur- und Denkmalschutzzentrum zum Erhalt der "Weißen Stadt Tel Aviv" wird bis 2035 verlängert

Pressemitteilung , 16.12.2025

BMWSB stellt weitere 3,5 Millionen Euro bereit.

Die deutsch-israelische Kooperation des Bundesbauministeriums, der Stadt Tel Aviv-Jaffa und der Tel Aviv Stiftung zum Erhalt und der Weiterentwicklung des UNESCO-Weltkulturerbes "Weiße Stadt Tel Aviv" wird weitere zehn Jahre fortgesetzt. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, gemeinsam mit der Stadt Tel Aviv und der Tel Aviv Stiftung. Seit 2015 hat das BMWSB rund drei Millionen Euro für das Projekt bereitgestellt. Für den neuen Projektzeitraum bis 2035 stehen nun weitere 3,5 Millionen Euro bereit.  

Bei der Unterzeichnung ging Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und Co-Vorsitzender des Kuratoriums auf die Bedeutung des Projektes ein: Wir blicken auf 60 Jahre deutsch-israelische Freundschaft und zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit im ‚Liebling Haus‘ - dem Zentrum für Architektur und Denkmalschutz in der ‚Weißen Stadt‘ Tel Aviv und darüber hinaus. Deutschland und die Stadt Tel Aviv arbeiten hier Hand in Hand, damit nicht nur ein einzigartiges kulturelles Erbe erhalten wird, sondern eine lebhafte Bildungseinrichtung, Ausstellungsort, Forschungslabor und ein sozialer Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger dauerhaft ihren festen Platz findet. Es ist für uns als Teil der Bundesregierung ein besonderes Anliegen, diese projektbezogene, praktische Zusammenarbeit vor dem Hintergrund unseres gemeinsamen Bauhaus-Erbes auch in den kommenden zehn Jahren fortzusetzen. Ich bedanke mich bei allen, die zum großen Erfolg beigetragen haben und freue mich auf die neuen bilateralen Projekte.

Ron Huldai, Bürgermeister von Tel Aviv-Jaffa: Die Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Regierung und dem Liebling Haus ist mehr als nur eine Verlängerung der fachlichen Rahmenvereinbarung – sie ist Ausdruck gemeinsamer Werte. Die Brücke, die wir in den letzten Jahren zwischen Israel und Deutschland und zwischen unseren beiden Völkern gebaut haben, beweist, dass Verständnis, Vertrauen und Zusammenarbeit auf den Trümmern des Holocausts aufgebaut werden können. Gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, in denen jüdische Gemeinden auf der ganzen Welt mit einer neuen Welle des Antisemitismus konfrontiert sind, hat diese Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung: Sie offenbart ein tiefes Engagement für Erhaltung, kulturellen Dialog und Werte wie Offenheit und historische Verantwortung. Das Liebling Haus wird auch weiterhin eine Plattform für Diskurs, Wissen und Erhalt und ein Symbol für die tiefen und herzlichen Verbindungen zwischen Tel Aviv-Jaffa und Deutschland sein.

Ron Huldai, Bürgermeister von Tel Aviv-Jaffa: Die Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Regierung und dem Liebling Haus ist mehr als nur eine Verlängerung der fachlichen Rahmenvereinbarung – sie ist Ausdruck gemeinsamer Werte. Die Brücke, die wir in den letzten Jahren zwischen Israel und Deutschland und zwischen unseren beiden Völkern gebaut haben, beweist, dass Verständnis, Vertrauen und Zusammenarbeit auf den Trümmern des Holocausts aufgebaut werden können. Gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, in denen jüdische Gemeinden auf der ganzen Welt mit einer neuen Welle des Antisemitismus konfrontiert sind, hat diese Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung: Sie offenbart ein tiefes Engagement für Erhaltung, kulturellen Dialog und Werte wie Offenheit und historische Verantwortung. Das Liebling Haus wird auch weiterhin eine Plattform für Diskurs, Wissen und Erhalt und ein Symbol für die tiefen und herzlichen Verbindungen zwischen Tel Aviv-Jaffa und Deutschland sein.

Im Fokus des Liebling Hauses und der begleitenden Kooperation stehen die denkmalgerechte Sanierung wertvoller Bausubstanz, Fragen zu nachhaltiger und klimagerechter Stadtentwicklung und bezahlbares, städtisches Wohnen. Das Zentrum war seit 2015 aufwändig mit Unterstützung des BMWSB saniert worden und wurde 2019 zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum eröffnet. Die Restaurierung war ein gemeinsames Projekt israelischer und deutscher Planer, Sanierungsexpertinnen und Handwerker.

Seit seiner Eröffnung 2019 wurden unter anderem Projekte zum neuen europäischen Bauhaus, zu deutschen und israelischen Start-ups in nachhaltiger, klimaneutraler Sanierung, zu Studien im historischen Vergleich zu Frankfurt der 1930er Jahre und zur historischen Bedeutung der Gartenstadt des Weltkulturerbes "Weiße Stadt Tel Aviv" unterstützt.

Hintergrund

Im Jahr 1919 erfolgte die Gründung des Bauhauses, einer von Walter Gropius in Weimar gegründeten Kunst- und Architekturschule. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erfolgte die Schließung des Bauhauses. Unter der einsetzenden Fluchtbewegung aus Deutschland nach Palästina waren auch viele Architekten, die die am Bauhaus entwickelte Formsprache nach Tel Aviv brachten. Um den Erhalt der Bauhaus-Architektur und des Internationalen Stils  in Tel Aviv zu fördern, wurde im Jahr 2015 das deutsch-israelische Projekt Weiße Stadt Tel Aviv initiiert. Das Zentrum für Architektur und Denkmalschutz im Max-Liebling-Haus in Tel Aviv dient heute für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt als Bildungsstätte, Ort für Ausstellungen, Lesungen und Forschung.

Mit rund 4.000 Gebäuden ist die Weiße Stadt Tel Aviv das weltweit größte Ensemble klassischer Architektur und seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa die Hälfte dieser Gebäude, geprägt von markanten Fassaden, flachen Dächern und abgerundeten Balkonen, steht heute unter Denkmalschutz.