3. Jahreskongress des Nationalen Forums gegen Wohnungs­losigkeit

Meldung , 26.03.2026

Wohnungslosigkeit nachhaltig überwinden

Der dritte Jahreskongress stellte die Lebensrealitäten betroffener Menschen in den Mittelpunkt. Im Fokus standen zudem die politischen Weichenstellungen der laufenden Wahlperiode, der Austausch über internationale Perspektiven sowie die konkreten Fortschritte bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans.

Foto des Rednerpults mit der Aufschrift zm Jahreskongress. Im Hintergrund verschwommen die Podiumsteilnehmer. Standardlösung
Quelle: Henning Schacht / BMWSB

Am 24. März 2026 versammelten sich Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie Betroffene zum 3. Jahreskongress des Nationalen Forums gegen Wohnungslosigkeit. Diese Veranstaltung findet jährlich statt und dient dem Erfahrungsaustausch sowie der Evaluation der bisherigen Maßnahmen, des im April 2024 verabschiedeten Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit (NAP). Das erklärte Ziel der Bundesregierung bleibt es, Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis zum Jahr 2030 vollständig zu überwinden.

Aktuelle Datenlage: Wohnungslosenberichterstattung

Der Kongress thematisierte auch die aktuelle Datenlagen der Wohnungslosigkeit. So waren zum 31. Januar 2025 in Deutschland rund 474.700 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht – ein Anstieg um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Zuwachs wird primär auf Verbesserungen bei den Datenmeldungen im vierten Jahr seit Einführung der Statistik zurückgeführt.

Im internationalen Vergleich zeigt sich deutlich, dass die Datenlage in Deutschland bereits erhebliche Fortschritte gemacht hat, auf denen weiter aufgebaut werden kann.

Auch der alle zwei Jahre erscheinende Wohnungslosenbericht des BMWSB belegt diese positive Entwicklung: Die Datengrundlage und Dokumentation wurden in den vergangenen Jahren verbessert. Die Arbeiten am nächsten Bericht beginnen im Sommer 2026, die Verabschiedung im Bundeskabinett ist für Ende 2026 vorgesehen. Anschließend wird der Bericht veröffentlicht

Internationaler Dialog und Praxisaustausch

Wie schon im Vorjahr blickte der Kongress wieder über die Landesgrenzen hinaus. In einem Bühnengespräch präsentierten Vertreterinnen und Vertreter vom National Institute of Population and Social Security Research aus Japan, vom Housing Department aus Paris, Frankreich, und vom UN-Habitat internationale Lösungsansätze.

Darüber hinaus vertieften die Teilnehmenden in den anschließenden Fachforen ihr Wissen und den Austausch zu spezifischen Fachthemen, wie: Hilfen, Hilfesysteme und Notversorgung, Prävention von Wohnungs- und Obdachlosigkeit, Wohnraumversorgung und Preventing Homelessness – Systemic Prevention in Practice. Eine zentrale Erkenntnis der Workshops war, dass die Kommunikation vertieft und die "Geschmeidigkeit der Schnittstellen" in der Wohnungslosenhilfe verbessert werden muss.

Partizipation: Expertisen in eigener Sache

Einen zentralen Stellenwert nahm die Beteiligung von Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungslosigkeit ein. Die Moderatorin Andrea Thilo eröffnete gemeinsam mit Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWSB, den Kongress mit einem Impulsgespräch mit Betroffenen, um deren Perspektiven direkt in die Debatten einzubinden.

Foto vom Parlamentarischen Staatssekratär Sören Bartol mit Mikrofon im Gespräch mit zwei Gästen auf einer Podiumsdiskussion. Standardlösung
Quelle: Henning Schacht / BMWSB

Der Kongress unterstrich, dass die Überwindung der Wohnungslosigkeit eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung bleibt, die nur durch das Zusammenwirken von Betroffenen, dem Bund, den Ländern und Kommunen, der Zivilgesellschaft im Nationalen Forum und mit dem Blick über Ländergrenzen hinaus gelingen kann.

Erkenntnisse und Ausblick

Annett Jura, Abteilungsleiterin für Wohnungswesen und Immobilienwirtschaft im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fasste im Schlusswort mehrere zentrale Punkte zusammen, die künftig noch stärker in den Fokus rücken sollten: Trotz bereits erzielter Fortschritte bei der Datenerhebung bleibt eine systematische Erfassung und Auswertung unerlässlich, um Bedarfe klar zu identifizieren. Ebenso wichtig sind die Entwicklung einheitlicher Standards – etwa für Notunterkünfte –, eine offene und transparente Kommunikation, wie sie auch während der Veranstaltung praktiziert wurde, sowie ein gemeinsames und konsequentes Dranbleiben.

Der Tag endete mit dem Schlusswort von Annett Jura: Um es mit Sören Bartol zu sagen "Der Wert einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie wir mit unseren Schwächsten und Verletzlichsten umgehen." Darum lassen Sie uns im Chor üben, damit wir das perfekte Lied singen, um Wohnungslosigkeit in Deutschland zu beenden.