Pilotprojekte zu Besuch in Berlin

Meldung , 26.01.2026

Zum Abschluss der Pilotprojekte "Neue Partnerschaften und Orte für den Wandel" wurden die Ergebnisse dem Staatssekretär im Ministerium vorgestellt.

Mit dem Projektaufruf Neue Partnerschaften und Orte für den Wandel (NPOW) förderte die Nationale Stadtentwicklungspolitik von Juli 2024 bis Oktober 2025 vier Pilotprojekte, die beispielhaft zur nachhaltigen Transformation der Stadt- und Quartiersentwicklung beitragen. Der Aufruf knüpfte an die vorherige Förderung "Post-Corona-Stadt" an. Die vier Projekte hatten bereits in der Pilotphase experimentelle Ansätze erprobt und erhielten nun die Möglichkeit, diese weiterzuentwickeln, zu verstetigen und räumlich sowie gesellschaftlich auszuweiten. Ziel war es, die zuvor getesteten Experimente in dauerhafte, übertragbare Standards zu überführen und deren Umsetzung zu beschleunigen. Eindrucksvoll wurde von den Trägerinnen und Trägern der Projekte beim Termin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gezeigt, dass diese Zielsetzungen in nur kurzer Zeit erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden konnten. Das BBSR begleitete die Projekte wissenschaftlich und wurde dabei durch Forward Planung und Forschung GmbH unterstützt.

Ausgewählte Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Pilotprojekten

POOL. Neue Partnerschaften für einen wassersensiblen Wandel

Die Agency Apéro in Stuttgart verfolgte mit dem Projekt das Ziel, die im Vorgängerprojekt "Neckarinsel Stuttgart" gewonnenen Erkenntnisse zur Rolle des Wassers in der Stadt- und Regionalentwicklung weiter auszubauen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zentrale Elemente waren die Identifizierung potenzieller Naherholungsflächen am Wasser und die Erprobung dieser Flächen in konkreten räumlichen Umsetzungsszenarien. Dies diente als Grundlage für eine integrierte regionale Wasserstrategie. Der koproduktive Ansatz zeigte zugleich, dass intermediäre Akteure Kommunen bei komplexen Herausforderungen wirkungsvoll unterstützen können. Das Projekt setzte stark auf die Aktivierung der Stadtgesellschaft, indem Beteiligung nicht als frustrierender Prozess, sondern als konkrete Mitgestaltung organisiert wurde. Begleitend wurde ein digitaler Werkzeugkasten mit Planungs- und Kommunikationsformaten entwickelt. Dieser erleichtert den Wissenstransfer und die Netzwerkbildung und kann bundesweit genutzt werden. Darüber hinaus wurde im Projekt der Bedarf an stärker sektorübergreifender Zusammenarbeit und an Formen "ambulanter Planung" deutlich, die flexibel vor Ort agieren und unterschiedliche Akteursgruppen einbinden können.

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Dein Park. Deine Stadt

Das Projekt der Fontanestadt Neuruppin verfolgte das Ziel, Themen einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung in der Bevölkerung zu verankern, Vorbehalte gegenüber Veränderungsprozessen abzubauen und positive Zukunftsbilder zu vermitteln. Aufbauend auf der im Vorgängerprojekt entwickelten Parkstrategie sollten die experimentellen Ansätze in ein langfristiges Programm zur kooperativen Belebung des historischen Stadtparks überführt werden. Als zentrale Ergebnisse konnte die Wirksamkeit der Kooperationen, eine Verbesserung der Dialogkultur, die Einführung einer Parkschule und die Etablierung eines regelmäßig stattfindenden Parkfestes erreicht werden. Ergänzend wurde der Betrachtungsraum im Projektbaustein "Deine Stadt" auf die historische Altstadt ausgeweitet. Mit Interventionen und vielfältigen Aktivitäten auf den drei zentralen Plätzen wurden neue partizipative Formate erprobt, um den öffentlichen Raum gemeinsam mit der Stadtgesellschaft an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Der bürgerschaftliche Dialog wird auch künftig fest ins lebendige Stadtleben etabliert und soll weitere neue Räume in den Fokus nehmen.

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Was wäre, wenn …? Eine Stadt spielt die Utopie! Neue Perspektiven für die Klima-Quartiersentwicklung

Das Projekt des UrbanLab in Nürnberg hatte das Ziel, im Stadterneuerungsgebiet „Quartier Annapark“ gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und der Stadtverwaltung ein Zukunftsnarrativ für ein Klima-Quartier zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Parallel dazu wurde die entstehende Geschichte über die zukünftige Entwicklung des Quartiers durch konkrete Interventionen und Umsetzungen im Stadtraum sichtbar gemacht. So konnte die Identifikation der Bewohner mit klimapolitischen Maßnahmen gestärkt und insbesondere transformationskritische Gruppen eingebunden und ernst genommen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Weiterentwicklung kommunaler Stadterneuerungsverfahren ein und werden im Rahmen des Quartiersmanagements verstetigt. Zudem wurden die Projektergebnisse in einem „City-Transformation-Playbook“ dokumentiert und stehen anderen Kommunen als übertragbares Werkzeug zur Verfügung. Das Projekt in Nürnberg hat gezeigt, dass auch kleine Projekte dazu beitragen können, große Krisen zu bearbeiten und damit die Menschen ins Machen zu bringen.

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Von der Kleinstadt zur WANDELstadt

Das Vorhaben der Stadt Homberg/Efze knüpfte an das Modellprojekt "Wandelpfad und Co-Working Galerie" an und entwickelte mithilfe vielfältiger Aktivierungs- und Kommunikationsstrategien sowie eines "Wandelrats" drei weitere WANDELorte in der Innenstadt. Leerstehende Gebäude, darunter Gewerbeflächen und ehemaliger Wohnraum, wurden gezielt genutzt, um einen Wissenstransfer zu ermöglichen, eine dialogorientierte Transformationskultur zu etablieren und die Akzeptanz sowie die Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerschaft zu stärken. Zudem förderte das Projekt den Aufbau und die Verstetigung von Netzwerken mit Partnern, die auch für künftige Projekte relevant sind. In diesem Rahmen wurden wichtige Weichen für weitere Stadtentwicklungsmaßnahmen gesetzt. Die Ansätze der NPOW-Projekte fließen in investive Maßnahmen des Förderprogramms "Sozialer Zusammenhalt" ein.

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