Urbane Liga: Bündnis junger Stadtmacherinnen und Stadtmacher
Meldung , 20.06.2023
Im Gespräch mit Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger diskutiert der neue Jahrgang der Urbanen Liga über klimagerechte Stadtentwicklung
Am 19. Juni 2023 diskutierten 32 junge Stadtmacherinnen und Stadtmacher der Urbanen Liga im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mit Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger und Dietmar Horn, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung und Raumordnung. In der Urbanen Liga bringen die jungen Erwachsenen ihre Erfahrungen mit Projekten und Initiativen aus 21 verschiedenen Städten mit ein, wie zum Beispiel der Verein Neckarinsel aus Stuttgart. Der Verein rückt den Fluss mit der Öffnung der Neckarinsel wieder in das Bewusstsein der Menschen. Von der Insel aus wird Wissen rund um das Wasser vermittelt und so die Ressource Fluss für alle Menschen in Stuttgart erlebbar.
Das For:um aus Dresden ist eine mobile Mikroarchitektur für Aktionen im öffentlichen Raum. Aus geretteten (Bau-)Materialien aus ganz Sachsen wurde ein Fahrradanhänger gebaut und damit vermeintlicher Müll als wertvolle Ressource wiederverwertet. Die Initiative ist mit dem Anhänger im Stadtraum unterwegs, informiert- und kreiert damit neue Begegnungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern.
Staatssekretär Dr. Bösinger: Die Ideen junger Stadtmacherinnen und Stadtmacher sind wegweisend. Ihre neuen Ansätze klimagerechter Stadtentwicklung begeistern mich.
Die Urbane Liga beschäftigt sich in den kommenden zwei Jahren mit klimagerechtem Stadtmachen. Dabei geht es um die Frage, wie ein nachhaltiger Ansatz aussehen kann, der das Wohl der Bürgerinnen und Bürger und der Umwelt in den Vordergrund stellt und langfristig eine lebenswerte Stadt für alle schafft. Die Aktionen beschäftigen sich vor allem mit neuer Mobilität, dem Umgang mit dem Bestand und die Multikodierung von (Frei)flächen. Anhand verschiedener Konzepte und Methoden wird untersucht, wie die Arbeit stadtgestaltender Initiativen Biodiversität fördern, die Auswirkungen auf den Klimawandel mindern und das Klima schützen kann.
Folgende Fragen stehen dabei für die Stadtmacherinnen und Stadtmacher im Mittelpunkt: Wie können aus der Nutzung gefallene Räume durch Multikodierung zu klimagerechten und gemeinwohlorientierten Räumen transformiert werden? Wie können Abfallwirtschaftsbetriebe zu zentralen Materialumschlagsplätzen werden, um die Nutzung von wiederverwendbaren Materialien zu fördern? Und wie können neue Kooperations- und Betriebsmodelle zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft aussehen?
Die Projekte der Urbanen Liga setzen viele positive Signale und haben durch die Auseinandersetzung mit schwierigen Prozessen und Zukunftsthemen enormes Potenzial für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung.
erklärte Staatssekretär Dr. Bösinger im Anschluss an das Gespräch.
Urbane Liga – Plattform junger Stadtmacherinnen und Stadtmacher
Das Bundesbauministerium lädt zweimal jährlich junge Stadtmacherinnen und Stadtmacher ein, um ihre Ideen zur zukünftigen Entwicklung von Städten mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums zu diskutieren. Als Netzwerkplattform zielt die Urbane Liga darauf ab, das Mitwirken junger Erwachsener in Deutschland zu stärken. Mit dem mittlerweile dritten Jahrgang der Urbanen Liga wird dieses Netzwerk noch größer und vielschichtiger.
Die Urbane Liga ist ein Projekt des Bundesbauministeriums und ist Teil der Begleitforschung der Städtebauförderung. Ziel des Projekts ist es, einen Möglichkeitsraum für junge Menschen zu schaffen, die über ihre Städte diskutieren und diese aktiv mitgestalten möchten. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) setzt das Projekt für das BMWSB um. Das Projekt wird unterstützt durch das Büro stadtstattstrand-kreativer Umgang mit urbanem Raum.